Bericht Trainingslager 2011

Vom 14. bis zum 16. Oktober bereiteten wir uns in Villingen-Schwenningen auf die kommende Saison vor. Während drei Tagen wurde trainiert und daneben der Teamgeist gefördert. Gestartet wurde das Trainingslager am Freitagnachmittag mit einem ersten Eistraining. Das Training diente dazu, die Reisemüdigkeit aus den Gelenken zu vertreiben und die ersten Automatismen einzuüben. Dies gelang, nicht weiter erstaunlich, nicht wirklich nach Wunsch. Einfachste Übungen misslangen. Selbst bei 5:0-Situationen konnten wir nicht reüssieren. Aber es ist ja auch nicht üblich, ohne Gegenspieler übers Eis zu kurven... Das Training war alles in allem doch recht intensiv für einen Saisonauftakt, wo einige wohl zum ersten Mal Eis unter den Füssen hatten in diesem Herbst. Schlussendlich gelang das erste Training nicht schlecht, es gab keine Verletzten, keine Alkoholleichen und die Stimmung war schon früh auf einem hohen Niveau. Dies hatte aber wohl auch damit zu tun, dass am Abend der Besuch beim Griechen auf dem Programm stand. Die Teilnehmer des letzten Trainingslagers vor zwei Jahren machten zu dieser Zeit bereits Bekanntschaft mit dem gemütlichen Lokal und machten die Neulinge so richtig „gluschtig“. Auch der Grieche wurde bereits weit im Voraus über den Besuch informiert. Dies deshalb, weil bei unserem letzten Besuch die Ouzo-Vorräte kläglich zu Ende gingen, bevor wir genug hatten. Dies durfte diesmal sicher nicht passieren... Vor dem Restaurant-Besuch wurden noch kurz die Hotelzimmer im schönen und gemütlichen Hotel Central in Beschlag genommen und nach einem ersten Apéro an der Hotelbar machten wir uns auf dem Weg zum Griechen, welcher optimalerweise nur ca. 100 m vom Hotel entfernt war.

Es dauerte keine Minute, bis die ersten Ouzo’s bestellt waren. Zu meiner Verteidigung muss ich aber anfügen, dass ich mir dadurch eine Verbesserung meiner Verdauungsstörungen erhoffte... :-) Schon eine knappe Minute später folgte ein ganzes Tablett voller Ouzo’s. Na das ging ja mal gut los... Zu bemerken gibt es übrigens noch den Umstand, dass sich diesmal kein eindeutiger „Alkoholiker-Tisch“ herauskristallisierte. Schlussendlich tafelten und tranken wir im Restaurant Delphi ein weiteres Mal hervorragend und erfreulicherweise artete das Saufgelage keineswegs aus. Jeder lief auf den eigenen Beinen ins Hotel oder in die nächste Bar und fand (meines Wissens) sein Bett auf Anhieb. Es wurde auch keinem OSTler ein Ausschankverbot aufgezwungen, wie dies noch vor zwei Jahren der Fall war (gäu, 55er!). Somit konnten schon am ersten Tag wesentliche Fortschritte gegenüber 2009 vorgewiesen werden.

 

Der Start in den Samstag gestaltete sich sehr gemütlich. Der erste Fixpunkt war das Training um die Mittagszeit. Zu meinem grossen Erstaunen waren bei Morgenessen bereits alle mehr oder weniger erholt anwesend. Der Rest des Morgens wurde dann individuell verbracht, wobei sich die Mehrheit auf dem örtlichen Märit umsah und die regionale Wirtschaft ankurbelte. Am frühen Nachmittag stand das zweite Training auf dem Programm. Dieses lief in etwa ab wie das erste. 20 Minuten Einlaufen, 40 Minuten Einschiessen und Übungen und zum Schluss 30 Minuten Matchle. Über das gesamte Training war wiederum viel Einsatz zu bestaunen, die Konzentration und Präzision liess aber erneut zu wünschen übrig. 10 Minuten vor Schluss des Trainings gab es dann auch den ersten Verletzten. Suti, der wieder vermehrt die Spieler-Schlittschuhe schnürt, wurde vom Puck im Gesicht getroffen und daraus resultierte eine schöne Fleischwunde, welche im örtlichen Spital mit 4 Stichen genäht werden mussten. Unklar ist nach wie vor, ob der Puck oder das eigene Plexi am Helm für den „Cut“ verantwortlich war. Spielt aber auch keine grosse Rolle, Hauptsache Suti konnte schon eine knappe Stunde nach dem Zwischenfall wieder Bier einwerfen und damit allfälligem Schmerz vorbeugen. Erstaunlich war die Tatsache, dass Suti im Spital, noch zu drei Vierteln in der Ausrüstung, tatsächlich als Profi-Spieler eingestuft wurde und dementsprechend in erster Priorität behandelt wurde. Nichts da mit warten, alle anderen Bobo’s der Einheimischen wurden ignoriert zugunsten von Suti. Nicht schlecht! Und vor lauter Herrje erfanden die Villinger sogar noch eine neue Hauptstadt in der Schweiz, wurde doch das Versicherungsdokument auf Suti’s Adresse in „Bären“ ausgestellt. Immerhin befand der Arzt nach kurzer Begutachtung der Verletzung, dass Wunden im Gesicht, ebenso wie diejenigen an den Eiern (Originalton!!!) immer besonders gut verheilen. Gute Aussichten also für Suti und vor allem auch für seine bessere Hälfte...

Das Nachtessen stand diesmal in Villingen auf dem Programm. Der Grossteil der Mannschaft machte sich zu Fuss auf den Weg direkt von der Eishalle nach Villingen. Es wurde mit ca. 5 Kilometern gerechnet... Ein kleinerer Teil der Mannschaft, unter anderem die meisten unter 30-jährigen, entschieden sich für die Verschiebung per Car und sie hatten so was von recht. Der Fussmarsch war nämlich eher eine Querfeldein-Wanderung von ca. zwei Stunden Dauer. Auf alle Fälle waren wir schon lange mit den Apéro fertig, als die Wanderschaft erschöpft eintraf. Nach dem wiederum zufriedenstellenden Essen (und Trinken, aber dies muss ich ja nicht jedes Mal erwähnen) fuhren wir alle mit dem Car zurück zum Hotel, wo es die einen ins Bett verschlug und die anderen zur Kneipentour starteten. Um ein Haar hätte uns allen ein Fussweg geblüht, hatte der Car doch einigermassen Ernst zu nehmende Startschwierigkeiten. Nach ein paar Minuten konnte unser Chauffeur Ürsu die Mühle aber anwerfen und wir wurden direkt vor die Hoteltüre gesetzt. Auf dem Rückweg wurde auch dem letzten „Wanderer“ von vorhin bewusst, wie weit der Weg war. Die Schäden der Kneipentour waren am nächsten Morgen übrigens deutlicher ersichtlich. Gewissen Herren stand der noch vorhandene Alkoholpegel ins Gesicht geschrieben. Oder war es doch der fehlende Schlaf?

 

Für das Abschlusstraining war aber wieder jeder parat und ich würde meinen, dass wir im Vergleich zu vor zwei Jahren auch hier deutliche Fortschritte erzielten. Jeder schaffte es, die Ausrüstung ohne „würgen“ anzuziehen und den Weg aufs Eisfeld ohne Probleme, wenn auch teilweise mit knapper Verspätung, zu finden. Das letzte Training lief ähnlich ab wie die beiden ersten, aber es waren doch schon die einen oder anderen Fortschritte zu erkennen. Die Übungen liefen alles in allem besser und obwohl die Kräfte zusehends schwanden, spielten wir noch relativ ansehnliches Eishockey. Zum Schluss gingen die Kräfte aber merklich aus, so dass während dem Matchle nicht mehr allzu viel gelang.

 

Gegen Sonntagmittag ging das Trainingslager 2011 zu Ende und ich würde meinen, es war ein äusserst erfreuliches Wochenende. Durch drei Eistrainings konnten wir uns für die Saison wappnen und der Teamgeist wurde mit Sicherheit gestärkt. Erfreulicherweise fehlten nicht viele Aktivmitglieder, das Gros der Mannschaft war beisammen und konnte die drei Tage geniessen. Wir hatten es immer sehr lustig, es falls nötig, war man doch mit der nötigen Seriosität bei der Sache. Äs hett gfägt!

 

Leider, leider wurde das Old Star-Team am Sonntagabend von einer weiteren grossen Hiobsbotschaft heimgesucht, da unser Trainer und Präsident notfallmässig ins Spital eingeliefert werden musste. Glücklicherweise befindet er sich nun wieder auf dem Weg der Besserung.

 

„ALLES GUTE UND RASCHE GENESUNG UNSEREM PRÄSIDENTEN UND COACH IM NAMEN DER GANZEN MANNSCHAFT!“